Freunde der Altstadt Landshut e.V.
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Wagnergasse

Unlängst hat das Architekturbüro BauArt in der Maschinenfabrik Sommer in der Karlstraße in einer Party für Regensburger Architekturstudenten deren Bachelorarbeiten zum Thema „Revitalisierung eines Quartiers im Stadtteil Nikola“ präsentiert. Was passiert da?

Ein Herzstück des Viertels sind die alten spitz-giebeligen Häuser zwischen Kleiner Isar und Wagnergasse. Die kleinteilige Handwerker-siedlung repräsentiert die erste Bebauung an diesem Standort ursprünglich außerhalb der Stadt, nahe dem Kloster Seligenthal. Sie soll in den nächsten Jahren einer neuen Bebauung weichen.

Mehrere denkmalgeschützte Häuser sind betroffen (von links): Wagnergasse 2: „Bäckerhaus“ aus dem 16./17.Jh, Wagner-gasse 4: „Kaiser-Metzgerhaus“ wohl um 1900, Wagnergasse 6: „Huber-Färberhaus“ aus dem 17./18. Jh. * Die Trasse Wagnergasse-Karlstraße-Nikolastraße zur Kirche St. Nikola ist die „Ur-Achse“ des Viertels.

 

Die BauArt Landshut (Architekturbüro Wimmer) stellte am 20. Juli 2012 rund ein Dutzend Bachelorarbeiten vor, die ohne einschränkende Vorgaben Vorschläge für Nutzung und Gestaltung machen sollten. Baureferent Johannes Doll mahnte bei der Eröffnung an, „in Qualität zu investieren“.

Von den alten Häusern wird nichts mehr bleiben. Laut Bauherr ist die Substanz der alten Häuser so schlecht, dass sich eine Sanierung nicht rechnen würde. Diese Argument ist in Landshut bekannt.

Der Plan rechts gibt nur eine der studentischen Lösungen wider und zeigt den etwas erweiterten Umfang des studentischen Projekts. Das beab-sichtigte Bauvorhaben reicht jedoch nicht so weit nach Westen und endet - soweit bekannt - mit der Hs.-Nr. 6.

In den Modellen wird die vorgesehene Baumasse deutlich. Die erwartete Rendite an diesem Premium-Standort an der Isar in unmittelbarer Innenstadtnähe hat seinen Preis.

Wird das das neue Gesicht des Viertels? Kleinteiligkeit und historische Substanz passé? Die Identität des Viertels gestaltet sich neu. Die Gentrifizierung („Aufwertung“) des Viertels hat die erste Reihe erreicht.

Ungelöst ist in den gezeigten Arbeiten die Kopfsituation zum Bismarckplatz hin. Hier ist größte Sensibilität angesagt. Es wird aller Aufgabe sein, den Prozeß zu begleiten und bestmögliche Qualität einzufordern.

Der Prozeß ist auf dem Weg. Bauherr Manfred Wimmer möchte in den nächsten zwei bis drei Jahren die neue Bebauung umsetzen und dabei diesen Prozeß auch transparent machen. Das ist erfreulich, denn die Bebauung an dieser Stelle ist eine öffentliche Angelegenheit, auf die die Stadt und der Stadtrat maßgeblich Einfluß nehmen können. Auch die Öffentlichkeit ist hier gefordert: die Medien, die Bevölkerung letztlich und besonders die Bewohner dieses Viertels, dessen Gesicht hier neu geprägt wird. Beteiligen Sie sich. Es ist auch Ihr/unser Viertel. Der Verweis von Oberbürgermeister Hans Rampf an die Adresse möglicher Kritiker einer Abriß-Variante auf die Bezahlbarkeit von Sanierungen in der LZ vom 3.Nov.2012 greift zu kurz.

 

Quelle: http://www.nikolaviertel.de/aktuelles/ Herr Johann Haslauer/2014

07.12.15 Landshuter Zeitung - Nur kein Schnellschuss - Was geschieht mit den Denkmalgeschützten Häusern in der

                                                  Wagnergasse

24.01.17 Landshuter Zeitung - Zweimal Abriss, einmal Sanierung
                                                 Bewegung in Debatte um Wagnergassen-Häuser – Durchfahrt womöglich im März offen